bezahlbare wohnungen

am 9. februar wird über die volksinitiative für „mehr bezahlbare wohnungen“ des mieterinnen- und mieterverband abgestimmt.

in kurz: bitte stimmt ja!


etwas ausführlicher: …

es ist wirklich wichtig, mehr bezahlbaren wohnraum in der schweiz zu kriegen und günstigen wohnraum zu bewahren.

die initiative „mehr bezahlbare wohnungen“

die initiative will, dass 10% der neu gebauten wohnungen in die hände von organisationen des gemeinnützigen wohnbaus kommen. der bund soll die gemeinden und kantone dabei unterstützen und soll sicher stellen, dass programme der öffentlichen hand zur förderung von sanierungen (stichwort: klimaziele) nicht zum verlust von preisgünstigen wohnungen führen.

den ganzen initiativ-text kannst du hier nachlesen.

wie ich die sache seh

es kann nicht sein, dass immer mehr wohnhäuser und bauland von privatpersonen in den hände von rendite-orientierten firmen gelangen. die letzten jahre haben gezeigt, dass der run auf immobilien und bauland in stadtnähe ungebremst ist, egal wie hoch die preise sind. dass viele noch gut bewohnbare häuser leergekündigt, totalsaniert oder sogar abgerissen und neugebaut werden und jedes mal geht günstiger wohnraum verloren, der fast nicht mehr ersetzt werden kann.

es stimmt natürlich, dass nicht nur genossenschaften und gemeinden kostengünstigen wohnraum zur verfügung stellen können, es gibt viele privatpersonen und durchaus auch rendite orientierte firmen, die günstigen wohnraum anbieten, was mir hier aber fehlt, ist die verbindlichkeit. als privatperson oder firma kann ich jederzeit meine strategie ändern und doch auf gewinn setzen. bei bauland und immobilien in genossenschafts- und in der öffentlich hand kann man davon ausgehen, dass die preise mehr oder weniger gleich bleiben somit günstiger wohnraum langfristig erhalten bleibt.

es stimmt natürlich auch, dass es in ländlicheren gebieten bereits mehr günstigere wohnungen gibt als in den städten, aber auch diese sind nicht sicher, auch dort werden bereits ganze siedlungen leer gekündigt um zu sanieren und danach teurer zu vermieten.

gemeinnütziger wohnbau ist nicht gleich subventionierter wohnbau! die mieter tragen die kosten ihrer wohnungen selber, die eigentümer sollen jedoch keinen gewinn abschöpfen, insofern ist das argument, dass hier wohnhäuser für sozialschmarozzer gebaut werden sollen, schlicht und einfach falsch.

in der stadt zürich haben wir ja bereits knapp 18% genossenschafts wohnungen und knapp 7% der wohnungen gehören der öffentlich hand und trotzdem hat es nicht genügend zahlbare wohnungen für menschen mit kleinerem einkommen, studierenden und lernenden, alleinerziehenden, menschen mit wenig oder schlechter ausbildung, menschen mit behinderungen und nicht zuletzt die vielen ahv-bezüger die ohne ersparnisse oder pensionskassen auskommen müssen.
mittlerweile haben bereits auch menschen mit mittlerem einkommen immer schlechtere chancen auf dem stadt zürcher wohnungsmarkt und für familien ist es fast unmöglich geworden, grössere wohnungen zu finden, die sie noch finanzieren können. die einzigen gebiete wo sich noch was finden lässt ist an den stadtgrenzen, witikon, leimbach und hinter dem hönggerberg, richtung affoltern, seebach und örlikon aber auch dort sind mittlerweile fast alle bauland-reserven verbaut und der druck auf die peripherie wird in den nächsten jahren vermutlich noch steigen.

fazit

da ich über mein immomailing viele geschichten und schicksale höre und seh wie gross die verzweiflung ist, wenn ich gute und zahlbare wohnungen auf dem mailing hab, bin ich der meinung, dass am 9. februar unbedingt ja gestimmt werden muss.

auch wenn die initiative nicht über alle zweifel erhaben ist, ist es meiner ansicht nach besser, druck auf die immobilien-, politik- und geld-lobby zu machen als nein zu stimmen und darauf zu vertrauen, dass der markt die sache dann schon richten wird.

grüsse. nadia