immomailing

Wieso hat es auf dem immomailing nur noch teure Wohnungen?

Du suchst eine bezahlbare Wohnung und bist total enttäuscht, dass du auf dem immomailing nichts passendes findest und der Zufallsgenerator wählt dich nie aus!

Das höre ich in letzter Zeit immer öfters, hier ein paar Erläuterungen zur aktuellen Situation:

Ich kann nur die Wohnungen aufs Mailing nehmen, die auch bei mir inseriert werden.

Günstige, bezahlbare und grössere Wohnungen sind immer seltener, ein paar Gründe:

  • Viele Wohnungen werden gar nie öffentlich ausgeschrieben, sie werden im Bekannten- und Freundeskreis unter der Hand weiter vermittelt.
  • Bei Totalsanierungen und Ersatzneubauten geht zuerst bezahlbarer Bestandswohnraum verloren.
  • Viele Mieten werden nach jedem Mieterwechsel erhöht, so dass sie schlussendlich nicht mehr bezahlbar sind.
  • Viele Anfangsmietzinse könnten angefochten werden, was viel zu selten gemacht wird, bezahlbare Mieten gehen so für immer verloren.
  • Menschen die 15, 20 Jahre oder länger in bezahlbaren, zum Teil grösseren Wohnungen leben ziehen nicht um, da sie keine kleineren, bezahlbaren Wohnung in ihren Quartieren finden, wo sie verwurzelt sind und zum Teil ihr ganzes Leben verbracht haben.
  • Es werden zur Zeit vor allem kleinere Wohnungen gebaut.
  • Grössere Wohnungen kommen entsprechend weniger oft auf den Markt, und wenn, dann sind sie häufig zu teuer fürs immomailing.
  • Die meisten neu gebauten Wohnungen sind teuer, da Bodenpreise und Baukosten sehr viel höher als früher sind und viele Parteien mitverdienen, Makler mit Vermittlungsgebühren, der Staat mit Handänderungskosten wenn Hauser verkauft werden, Nachbaren mit Anfechtungen, die Projekte Verzögern.
  • Renditeerwartungen gestiegen sind, auch wenn die Rendite gemäss Gesetz nicht beliebig hoch sein darf – nur wird das nicht kontrolliert.
  • Wir immer mehr Menschen sind, die in der Stadt leben wollen, es aber einfach nicht genügend Wohnungen hat.

Warum ich die teuren Wohnungen aufs Mailing nehme?

Hier hab ich die Devise, dass eine Wohnung für zwei mittlere Stadtzürcher Einkommen bezahlbar sein muss.
Der Medianlohn (dh. 50% verdienen mehr, 50% verdienen weniger) in der Stadt Zürich beträgt ca 8’500 > 2 x 8’500 > davon 1/3 > 5’666
Ich zieh die Grenze bei 5’000 – egal wie viele Zimmer oder wie gross die Wohnung ist.

  • Es ist mir klar, dass nicht alle Vollzeit arbeiten können und dass viele Leute weniger verdienen, aber ich kann und will das immomailing nicht auf diese Zielgruppe beschränken.
  • Es gibt viele Haushalte, die eine solche Miete zahlen können, doch auch die wollen häufig lieber günstiger wohnen und bewerben sich für die bezahlbaren Wohnungen.
  • Die neuen Mietpreise sind eine Realität mit der wir leben lernen müssen.

Der elende Zufallsgenerator

Der Zufallsgenerator ist – wie es der Name sagt – ein Zufallsgenerator. Der wählt zufällig aus und wird von niemandem manipuliert. Leider melden sich bei bezahlbaren Wohnungen jeweils so viele Menschen an, dass die Chancen klein sind.
In Zeiten wie diesen gibt es leider keine bessere Lösung – nicht das Auswahlsverfahren ist das Problem, sondern die absolut prekäre Lage auf dem Mietmarkt.

Was kann man tun?

  • Die Angebote und Absagen nicht persönlich nehmen, auch wenn es schwer fällt.
  • Auf verschiedenen Plattformen gleichzeitig suchen, siehe Wohnungssuche Links.
  • Genossenschaften und Städtische Wohnungen im Blickfeld behalten, wobei auch hier die Mieten steigen und es häufig Einschränkungen bezüglich Einkommen und Anzahl Bewohner gibt.
  • Den Suchradius vergrössern, ausserhalb deines bevorzugten Quartieres, auch in den äusseren Stadtkreisen und ausserhalb der Stadt suchen, wobei auch hier die Mieten am explodieren sind.
  • Jedem und jeder Person sagen, dass man sucht und was man sucht.
  • Abstimmen und an die Wohndemo gehen und den Frust von der Seele schreien.

Wenn alles nichts nützt und du einfach deinen Ärger loswerden willst, kannst du mir eine Mail schreiben. Es ist zwar nicht so, dass ich wirklich was ändern könnte – ich kann leider keine bezahlbaren Wohnungen auf den Markt zaubern – aber zuhören kann ich immer oder meistens.